Bei der Earth Hour am 28. März 2015 gingen um 20:30 Uhr wieder die Lichter aus. Überall auf der Welt setzten Menschen gemeinsam ein Zeichen für den Schutz unseres Planeten und forderten mehr Klimaschutz. (http://www.wwf.de/earth-hour-2015/)

Auch ich hab meine Lichter aus gemacht. Und war erstaunt, wie viel Vorbereitung es bedarf. Ich war ganz klar nicht darauf eingestellt. Habe ein paar Teelichter zusammengesucht, alles in das andere Zimmer getragen.. (Denn mein Freund war im Wohnzimmer und hat „Wasser für die Elefanten“ geschaut. Ein Glück kenne ich den Film schon und habe mich nicht überreden lassen. Und nein, er war nicht am Protest interessiert.) Also musste ich meine Stunde auch noch räumlich begrenzen. Ab ins Nebenzimmer, dort habe ich mich in Ruhe auf meinen Sessel gesetzt und die Kerzen angemacht. Für die Stimmung noch ein Glas Wein und etwas zu lesen – tja, was auch sonst? Mein Alltag ist sonst sehr geprägt von Medien, von anderen Leuten, vom schnell alles können. Eine Stunde Ruhe also. Eine schöne Stunde Ruhe! Ich habe mir die Zeit genommen, mal nicht alles zu brauchen. Mal ruhen zu dürfen.
Mein einziges Problem war nur, dass ich auf Licht und Technik verzichten wollte. Da ich kein Großer Freund von Armbanduhren bin, habe ich keine und wusste nicht so recht, wann die Stunde um sein würde. Mir ist aufgefallen dass das Gefühl für Zeit ganz komisch wird, wenn die gewohnten Orientierungshilfen wegfallen. Kein Radio das einen daran erinnert dass schon halb zwölf ist, sonnig bis heiter, Stau hier, die Mittagspause naht. Input Input Input. Hör mich. Seh mich. Sei dabei und verpass bloß nichts.
Nein. Es gab nur die Stille und das, was ich beschloss zu tun.
Ich habe mich entschieden zu lesen, zu hören – auf mich, ganz tief drin – und die Pause zu genießen.
Irgendwie habe ich diesen Moment, der die Wichtigkeit von Klimaschutz hervorheben soll, sehr für mich genutzt. Vielleicht war das egoistisch, vielleicht war es aber ja genau das was es sein sollte – dass man sich besser fühlt und damit besseres tut. Am Ende gewinnen alle. Dass Verzicht nicht bedeutet, weniger zu haben
Es war also eine Stunde ohne vieles und mit vielem. Einfach mal was anderes. Ich könnte mich daran gewöhnen, es öfter mal dunkel zu machen um mein inneres Licht auf andere Dinge scheinen zu lassen.